Mit fast 2000 Unterschriften nach einem Monat, wollen wir uns bei allen Unterstützenden des offenen Briefs bedanken und hier ein Update geben. Nachdem der Oberbürgermeister, die Stadtwerke und das TüBus GmbH auf den offenen Brief geantwortet haben, wollen wir hier die Antworten kurz zusammenfassen und darauf eingehen.
Um außerdem die Situation gegenüber der Stadt und den Stadtwerken mit einer besseren Datenlage deutlich zu machen, bieten wir einen Linienmelder auf unserer Seite https://bus-statt-frust.de an. Dort könnt ihr alle Probleme, die auf eurer Busfahrt zu oder von den Kliniken entstehen, melden. Wir hoffen dadurch die größten Schwachstellen auf dem Liniennetzwerk aufzeigen zu können.
Die Infrastruktur an den kritischen Haltestellen, auf dem Weg zur Morgenstelle, sei bereits vollständig ausgelastet. Daher sei eine Erhöhung der Taktungszeit nicht möglich. „Der nächste Bus kommt aber sofort.“, so laut OB Boris Palmer. Auch die Stadtwerke und der TüBus haben betont, dass die Busse bereits in einem 5-Minuten-Takt fahren und durch zusätzliche Linien wie die X15 und 13E diese bereits entlasten würden. Hier wurde auch empfohlen in die zusätzlichen Linien zu steigen, da sie aus deren Erfahrung, weniger voll seien. Auch angemerkt haben die Stadtwerke, dass sich die Lage der Fahrgastmasse Erfahrungsgemäß über die nächsten Wochen auf alternative Linien verteilt.
Wir können die Argumentation der ausgelasteten Infrastruktur nachvollziehen. Allerdings wollen wir hier anmerken, dass sich die Busse, vor allem morgens, teilweise sehr stark verspäten. Dadurch verlängert sich die Wartezeit von weit mehr als 5 Minuten, was wir als problematisch erachten. Wir würden auch begrüßen, wenn die Expressbusse ebenfalls an den entsprechenden Haltestellentafeln angezeigt werden würden. Teilweise wird nicht angezeigt, dass die Expresslinien überhaupt gerade abfahren.
Bezüglich der hohen Fahrgastanzahl haben wir ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass sich diese nach einigen Wochen wieder anfängt zu verringern und sich die Situation normalerweise verbessert. Allerdings hat dieses Semester gezeigt, dass das doch nicht immer der Fall ist. So hat es die letzten paar Monate wesentlich länger gedauert, bis sich die Lage verbessert hat, was eventuell der angestiegenen Nachfrage geschuldet ist. Auch ändert dies nichts an der massiven Überfüllung in den ersten paar Wochen des Semesters.
Dafür schlagen wir vor, dass eine Option zur Verbesserung der Kapazitätssituation an den Haltestellen HBF bis BG Unfallklinik wäre, die Expressbuslinien über den Schlossberg und Hagelloch fahren zu lassen. Eine andere Möglichkeit wäre es auch, die Linien, die von weiter auswärts zur BG Unfallklinik fahren über den Schlossberg fahren zu lassen, da diese sowieso meistens so voll sind, dass kaum ein Zustieg an späteren Haltestellen möglich ist. Auch da die Expresslinien wie z.B. die X15 nicht ganz ausgelastet zu sein scheinen, schlagen wir hier eine Überarbeitung der Strecke vor um die Auslastung und Nutzung zu steigern.
Wir sind der Ansicht, dass Tübingen diese Situation auch effizienter lösen kann und laden Oberbürgermeister Palmer und die Stadtwerke dazu ein mit uns ins Gespräch zu kommen.
Aufgrund von steigendem Kosten und der Infrastruktur sei eine Erweiterung von Expressverbindungen nicht möglich. Nur eine Finanzierung durch das Land würde eine Verbesserung ermöglichen. Leider gebe es hierfür keinen Ansatzpunkt.
Die oben genannten Punkte können wir nachvollziehen.
Die Stadtwerke antworteten uns: „Die Linie 14 wurde nur außerhalb der Hauptlast- und Schichtzeiten ausgedünnt.”
Auch hier freut uns, dass sich entschieden wurde zu den Hauptverkehrszeiten keine Kürzungen bei der Linie 14 durchzuführen.
Der TüBus konzentriere sich aktuell auf die Erweiterung der E-Busse und dafür notwendige Infrastruktur. Eine darüberhinausgehende Erweiterung sei derzeit nicht machbar.
Eine klimafreundliche Erweiterung der Busse ist erfreulich. Dabei sollte allerding der Ausbau der Linienfahrnetze nicht vernachlässigt werden. Denn durch die E-Busse ändert sich dadurch die Lage für die Fahrgäste leider nicht.
Wir wollen an dieser Stelle betonen, die Problematiken auf den Kliniklinien durch den Erfolg der Exzellenzausschreibungen der Universität und dem nicht zu erwartenden Abbruch der Studierendenzahlen sowie der erwartbaren Schaffung neuer Arbeitsplätze angegangen werden müssen. Wir sehen neben der langfristigen politischen Verkehrsplanungsdebatte der Stadt, dass eine möglichst fahrplansichere Zwischennutzung gewährleistet werden muss.
Dieser Punkt werde bereits umgesetzt und der Ferienfahrplan werde nur noch auf die Sommer- und Winterferien beschränkt.
Uns freut das das entstandene Problem so schnell erkannt wurde und bereits gelöst wurde.
Wir bedanken uns bei euch allen, die unser Anliegen teilen, eine stressfreie, zuverlässige Fahrt mit dem TüBus zu den Kliniken zu ermöglichen! Wir bedanken uns außerdem auch für die Antworten bei OB Palmer, den Stadtwerken und der TüBus GmbH und würden eine zukünftige Zusammenarbeit begrüßen, um eine Verbesserung der Situation zu erreichen.
Viele Grüße,
Das Bündnis Trauer über Bus- und Stadtpolitik (T.ü.B.u.S.)
Wir, das Bündnis T.ü.B.u.S (Trauer über Bus- und Stadtpolitik), sind ein Zusammenschluss aus Studierenden der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät und der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen. Wir stehen in engem Austausch zu den Beschäftigten der Universität und dem Universitätsklinikum. Immer wieder beobachten und erleben wir mit, dass die Busverbindungen zwischen dem Hauptbahnhof und der Morgenstelle so stark ausgelastet sind, dass man teilweise gar nicht mehr in den Bus kommt. Dies führt bei vielen von uns immer wieder zu Problem, weil wir so z.B. zu spät zu Vorlesungen oder zur Arbeit kommen. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden einen Offenen Brief an den Bürgermeister, den Gemeinderat und die Stadtwerke zu schreiben, um auf die Problematik aufmerksam zu machen und Verbesserungen zu erwirken. Wir würden uns sehr freuen, wenn auch du diesen offenen Brief unterstütz, indem du diese Petition unterschreibst, damit wir zeigen können, dass wir in unseren Forderungen nicht allein sind.
Seit längerer Zeit beobachten wir, dass die Busverbindungen zum Universitätsklinikum und der Morgenstelle, insbesondere zu Stoßzeiten, zu stark ausgelastet sind. Viele Busse sind so überfüllt, dass das Einsteigen nicht möglich ist; sie kommen verspätet an oder fallen ganz aus. Nicht nur für die Studierenden, sondern auch für Mitarbeitenden der Universität und des Klinikums sowie Patientinnen und Patienten führt dies regelmäßig zu Schwierigkeiten. Es ist keine Seltenheit, dass es Probleme gibt rechtzeitig, pünktlich und sichere an Lehrveranstaltungen, Diensten oder Terminen teilzunehmen. Gerade morgens und nachmittags sind die Belastungen zu den universitären Stoßzeiten besonders hoch.
„Manchmal ist der Bus so überfüllt das die Türen gar nicht mehr schließen oder dann auch nicht mehr zugeht, wenn wieder Platz ist, weswegen der Bus dann ewig an der Haltestelle steht und sich noch mehr verspätet als sonst.“
„Jeder, der auf der Morgenstelle studiert hat, weiß, dass die Busse oft überfüllt sind und man teilweise gar nicht mehr einsteigen kann. Deshalb haben sich viele Studierende, die nicht direkt in Tübingen wohnen, dafür entschieden, lieber mit dem Auto zu kommen. Doch ist das wirklich eine sinnvolle Alternative für Tübingen?“
„Ich bin morgens oft nicht in die Vorlesungen gegangen, weil ich mir die Bussituation nicht antun wollte. Mittags blieb ich dafür oft länger in der Klinik aus dem selben Grund“
„Die Buslinie 18 zwischen Rottenburg und den Uni-Kliniken Berg ist zu Stoßzeiten - insbesondere während und nach der Vorlesungszeit - stark überfüllt. Für mich als Pendlerin nach Rottenburg bedeutet das, dass ich oft Glück haben muss, überhaupt in die einzige Buslinie einsteigen zu können, die mich nach Hause bringt. Weitere Reduzierungen im Busangebot würden die Situation zusätzlich verschärfen. Daher ist eine Förderung der Expresslinie X15 dringend notwendig.“
„Angebotskürzungen bedeuten automatisch vollere Busse. Das hat zur Folge, dass das Ein- und Aussteigen deutlich länger dauert, wodurch Verspätungen unvermeidlich werden. Oft gehen die Türen, insbesondere die hinteren, nicht mehr zu, weil die Busse zu voll sind und die Fahrgäste unter Zeitdruck versuchen, ein- oder auszusteigen. Eine Rücknahme der Sparmaßnahmen würde sowohl für die Fahrgäste als auch für uns Busfahrer eine erhebliche Entlastung bedeuten.“
„Die Linie 18 soll laut Plan 20 min von Hirschau nach Kliniken Berg benötigen. Ich fahre aber meist 45min lang. Das liegt zum einen am Stau zwischen Hirschau und Tübingen und zum anderen an den üebrfüllten Bussen. Jede Haltestelle dauert länger als geplant, da alle sich erst einmal in den Bus drücken müssen. Auf der Rückfahrt ab 16 Uhr ist der Bus schon bei Kliniken Berg so voll, dass ich manchmal nicht einsteigen kann.“
„Busse zwischen Morgenstelle und Hbf sind teilweise an der Kapazitätsgrenze, sodass manche Leute spätere Busse nehmen müssen. Das zu reduzieren wäre quatschig und würde einer funktionierenden Universitätsstadt meiner Meinung nach widersprechen.“
„Die Busse sind um Stoßzeiten so unpünktlich, dass ich immer später fahre, um zumindest nicht zu lange unterwegs zu sein.“
„Ich komme eigentlich immer zu den Vorlesungen hin. Allerdings kommt es vor, dass sich Busse verspäten oder zu voll sind, sodass ich mich öfter verspäte.“
„Es ist fast unmöglich in die Busse reinzukommen, vor allem morgens muss ich immer auf andere (deutlich frühere) Buslinien ausweichen, generell sind die Busse morgens und mittags/nachmittags immer völlig überfüllt und kommen meist zu spät oder sind auch schon ganz ausgefallen. Insgesamt kann ich mich nur selten auf den Busverkehr verlassen, vor allem wenn ich zu wichtigen Terminen muss“
„Ich bin Studentin in der Biochemie und muss jeden Tag an die Morgenstelle oder an die Kliniken am Berg, auch am Wochenende und in den Semesterferien. Ich habe oft Probleme in die Busse zu kommen oder muss mit ansehen wie die hälfte der Studenten an der Haltestelle zurück bleiben und zu spät zu den Vorlesungen kommen.“
„Busse kommen eigentlich ohne Ausnahme Verspätet(Fahrplan + 1-4min). Teilweise kommen Busse gar nicht oder sind so voll das man doch zu Fuß gehen muss. Gerade die 10vor und die zur vollen Stunde kommenden Busse sind komplett ausgelastet und brauchen dann auch bei jedem Stopp mehrere Anläufe um Türen zu schließen.“
„Die Buslinie 14 ist für uns aus der Weststadt die einzige Möglichkeit, ohne Umstieg auf den Berg zu kommen. Dass diese nicht am Wochenende fährt, ist schon Zumutung genug; die Kürzung auf eine Fahrt pro Stunde und Einschränkung auf einen noch kürzeren Fahrtzeitraum ist für uns nicht tragbar.“
Hier kannst du berichten, welche Busse auf den Weg zur Arbeit / Universität Probleme hatten. Wir sammeln die Meldungen, werten sie aus und schicken die Ergebnisse dann gebündelt an den TüBus und die Stadtwerke. Je konkreter und detaillierter die Meldung ist, desto besser können wir die Meldungen auswerten!